Freihändige Vergabe von teurem IT-Projekt bei der Zuger Polizei

Die Zuger Polizei hat ein Problem mit ihrer Fallbearbeitungs-Software: Nur ein Unternehmen kann diese warten, weil zu wenig nachhaltig eingekauft wurde. Den Steuerzahler kostet die verfehlte Informatikstrategie des Kantons erneut hunderttausende Franken. Die nur kurze Zeit nach dem Debakel mit der Einwohnerkontroll-Software.

Stefan Thöni, Co-Präsident der Piratenpartei Schweiz und Softwareingenieur sagt dazu: «Der Staat bindet sich immer wieder zu fest an Hersteller und wird dann gemolken. Dabei ist mittlerweile bekannt, dass offene Schnittstellen, vollständige Dokumentation und Lizenzen die Fremderweiterungen erlauben grundlegende Anforderungen für jedes IT-Projekt sind.»

Wie dem Amtsblatt zu entnehmen ist, verfügt nur der Hersteller rola Security Systems AG über die notwendigen Informationen und Urheberrechte, um Fehler zu beheben und Erweiterungen vorzunehmen. Die Umstellungskosten wären unverhältnismässig hoch, weshalb der Zuschlag ohne Ausschreibung erfolgt, d.h. freihändig zu fast jedem Preis. Konkret kostet dies den Steuerzahler 820’000 Franken für 3 Jahre Wartung, Updates und ein Zusatzmodul.

Die Piratenpartei fordert, dass zukünftig bei allen Softwareprojekten des Staates die Weiterentwicklung durch andere Unternehmen gewährleistet ist. Der Kanton muss darauf beharren, dass auch Software die nur geringfügig angepasst wird mit der dafür notwendigen Dokumentation und den Lizenzen geliefert wird. Dies ist für den Steuerzahler langfristig viel günstiger.


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